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Fußballfest am Huthgarten
Besonders, verrückt, einzigartig, sehenswert und am Ende etwas glücklich. So ist das Regionalliga-Spiel zwischen der DJK Vilzing und dem früheren Deutschen Meister TSV 1860 München am Freitagabend vor mit 2.500 Zuschauern ausverkauften Haus im Manfred-Zollner-Stadion zu bewerten. Die Vilzinger konnten gegen den Ex-Profiverein zweimal einen Rückstand aufholen, am Ende stand ein 2:2 (0:1)-Remis. Nik Leipold hatte zum 1:1 getroffen und ausgerechnet der Ex-Löwe Markus Ziereis köpfte in allerletzter Sekunde den 2:2-Gleichstand. Ekstase pur auf Seiten der Gastgeber, Enttäuschung der brutalsten Art auf der Seite der Sechziger. Die DJK Vilzing hat in ihrem größten Spiel der Vereinsgeschichte seit Gründung 1967 ein Ausrufezeichen gesetzt und hält sich damit weiter im oberen Tabellendrittel. Diesem Spiel der Marke “außergewöhnlich”, das live über BR24 im Fernsehen übertragen wurde, war der Saisonhöhepunkt für die Oberpfälzer. Der Kommentator Marcel Seufert konnte seine Sympathie für die Löwen nur schlecht verbergen, sprach von einem “Sportplatz” auf dem die Partie stattfand. Die Kulisse war entsprechend, der Rahmen als solcher sowieso und Hut ab, wie die Hausherren den Rahmen gestaltet hatten. Für Verpflegung war in flüssiger wie in fester Form bestens gesorgt, auch wenn es mal einen Stau gab. Sportlich war es zwar kein Leckerbissen, aber es war ansehnlich, was auf dem grünen Rasen zu sehen war. An die Champions League kam dieses Duell zwar nicht heran, aber das Spiel lebte von der Spannung. Die Gastgeber mit den Vereinsfarben Schwarz und Gelb waren in der Minderheit, Blau und Weiß der Löwen dominierte auf den Rängen. Erfreulich: Es gab keine größeren Probleme und die zahlreich vertretene Polizei konnten einen relativ ruhigen Abend verleben, keine Pyrotechnik, keine Böller, von dieser Seite her blieb es ruhig und das war die Hauptsache. Auf dem Rasen hatten beide Teams nicht ihren besten Tag, wenngleich den Vilzingern das Engagement nicht abzusprechen war. Aber in den ersten 20 Minuten war da schon großer Respekt vorhanden und die Löwen wollten unbedingt die drei Punkte. Einen Haken von Ex-Bundesliga-Stürmer Florian Niederlechner und der war vorbei an Paul Grauschopf, traf aus 17 Metern zum 1:0 (9.). Die geschockten Vilzinger mussten sich erholen, taten das auch, kamen besser rein und hatten eine starke Viertelstunde, in der der Ausgleich möglich gewesen wäre. Als Kreativakteur Max Meyer in Minute 34 nach einem Foul mit einer Knieverletzung raus musste, sorgte das für einen Bruch im Spiel der DJK. Im zweiten Abschnitt gaben die Bayerwäldler Gas und hatten im weiteren Verlauf zwei Überraschungen parat. Doch zuerst spielte Jakob Zitzelsberger einen tollen Pass auf Nik Leipold und der traf aus zwölf Metern mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:1 (55.). Acht Minuten später sorgte ein Ballverlust der Heimelf für ein besonderes Tor. Tunay Deniz eroberte die Kugel und sah, dass DJK-Keeper Fabian Eutinger weit vor seinem Kasten stand. Er zog aus fast 60 Metern ab und traf zum 2.1 für die Löwen ins leere Tor (63.). In der Folge vergaben die Münchner zwei Topchancen zum 3:1. Doch die Schwarz-Gelben gaben nicht auf. DJK-Coach Wolfgang Beller hatte zwei Schachzüge parat, er wechselte den Ex-Löwen Markus Ziereis, der hatte neuneinhalb Jahre für 1860 gespielt, und den lange verletzten Simon Sedlaczek ein. Die letzte Flanke kam von links, Ziereis war eher am Ball und köpfte zum 2:2 ein. Unmittelbar danach erfolgte der Schlusspfiff. Die Löwen hatten ihre schon sicher geglaubte Beute leben gelassen und mussten sich am Ende mit dem einen Punkt begnügen. Vilzing hatte sich dieses Remis dank einer großen kämpferischen Leistung verdient. Es war ein Fußballfest mit vielen guten Erlebnissen für die Besucher. Sportlich war es für die DJK Vilzing ein Punktgewinn, für die Löwen indes ein Rückschlag. Die DJK Vilzing hatte den beweis angetreten, dass sie nicht nur sportlich in dieser 4. Liga mithalten können, sondern sie haben auch organisatorisch vieles sehr gut gemacht, das ist ein Lob wert.