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Denkwürdiger Auswärtssieg für die Schwarzgelben
Es war auf alle Fälle ein denkwürdiges Spiel, eines was länger in Erinnerung bleiben wird. Am Samstag hat die DJK Vilzing in der Regionalliga Bayern das Auswärtsspiel beim SV Wacker Burghausen mit 5:4 (3:0) gewonnen. 4:0 lagen die Huthgarten-Kicker bereits in Front, doch Burghausen holte Tor um Tor auf, glich in Minute 71 zum 4:4 aus und schnupperte mehrfach an der eigenen Führung Vilzing blieb aber cool, ging kurz vor dem Ende erneut in Führung und überstand die Schlussphase mit einem Mann weniger, weil Doppeltorschütze Erol Özbay wegen einer angeblichen Tätlichkeit mit Rot runter musste (89.). Ebenfalls doppelt traf Jünger, sein erstes Saisontor markierte Max Meyer. Es waren die ersten drei Punkte unter dem neuen DJK-Trainer Wolfgang Beller, der am Ende heilfroh war. Auf Vilzinger Seite gab es Änderungen an den Startelf. Der Ex-Burghausener Alexis Fambo und Jonas Blümel rückten in die Startelf, Jonas Goß und der wegen seiner Nasenverletzung fehlende Jakob Zitzelsberger machten Platz. Elias Härtl war aus den Flitterwochen zurück und auch Benedikt Fischer sollte kurz vor Schluss zu seinem ersten Einsatz in diesem Jahr kommen. Das Spiel vor gut 1.500 Zuschauern war nichts für schwache Nerven. Denn was da im Wacker-Sportpark ablief, sorgten auf beiden Seiten großes Staunen. Es war eine abwechslungsreiche erste Halbzeit mit Chancen auf beiden Seiten, in etwa gleich verteilt. Als Wacker-Kapitän die wohl beste Möglichkeit mit einem Pfostentreffer hatte (31.), da führte Vilzing bereits mit 3:0. Ein Schlag aus dem eigenen Sechzehner landete bei Jünger, der den Ball in den Lauf von Özbay spielte. Der zog auf und davon, spielte Tormann Markus Schmöller aus und schob zum 1:0 ein (8.). Sehenswert auch das 2:0. Meyer hatte den Ball auf der linken Seite mit einem Außenristpass zu Fambo weitergeleitet und dessen Hereingabe konnte Jünger am kurzen Pfosten aus wenigen Metern zum 2:0 verwerten (13.). Ein Einwurf von Martin Tiefenbrunner zehn Meter hinter der Mittellinie landete bei Meyer, der sich an vier Mann vorbeispielte und dann von halbrechts per Schuss ins lange Eck auf 3:0 stellte (16.). Die Gastgeber reagierten nach einer halben Stunde mit einem Doppelwechsel und aus Gästesicht schien alles nach Plan zu laufen. Wie würde Burghausen mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit reagieren? Diese Frage stellte sich dann aber gar nicht, weil Özbay seinem Gegenspieler Moritz Bangerter den Ball abnahm, alleine auf den Kasten der Oberbayern zulief und nach exakt 46 Sekunden zum 4:0 einschoss. Da schien der Kas bissen zu sein, der Deckel auf dem Topf. Doch es kam völlig anders. Ein Freistoß aus 22 Metern über die Mauer gezirkelt von Noa-Gabriel Simic landete zum 1:4 im DJK-Netz (49.). Na, ja, kann mal passieren. Eine Minute später köpfte Timothee Diowo aus acht Metern nur im Zentimeter am DJK-Tor vorbei (50.). Es folgte ein Angriff überlinks und ein Schuss von Kapitän Felix Bachschmid aus sechs Metern zum 2:4 (53.). Auf der anderen Seite hätte erst Jünger (53.) mit einem Kopfball und dann Josef Gottmeier (54.) erzielen können. Im Gegenzug dann ein Foul im Strafraum von Paul Grauschopf, Simic trat an und verkürzte auf 3:4 (56.). Nun wurde das Drehbuch des Krimis weitergeschrieben, denn einen Konter der Hausherren schloss Marc Sodji zum 4:4-Ausgleich ab (71.). Jetzt bebte das Stadion, die große Haupttribüne stand Kopf. Vilzing war trotz der vier Gegentreffer immer aktiv. Einen Schuss von Fambo aus 18 Metern konnte Keeper Schmöller gerade noch um den Pfosten lenken. Aber die folgende Ecke saß. Fambo servierte von links und Jünger köpfte zum 5:4 ein (85.). In der zweiten Halbzeit gab es für die DJK einige Kontergelegenheiten, dreimal wurden dabei nach Fouls an Blümel. Fambo und Özbay die fälligen Elfmeter nicht gegeben. Bei Özbay war das in der 89. Minute der Fall. Als er zurücklief, stand ihm der Ex-Hankofener Benedikt Schwarzensteiner im Weg: “Ich bin sogar noch ausgewichen, habe ihn aber leicht berührt und er hat sich dann fallen gelassen, Schilderte es Özbay. Der Schiedsrichter hatte die Aktion nicht gesehen, sein Assistent funkte aber durch und so gab es Rot für den Doppeltorschützen Özbay (89.). Özbay dazu nach dem Spiel: “Im Kabinengang hat mir der Schiedsrichter dann aber gesagt, dass es keine Tätlichkeit war und auch der Gegenspieler hat zu uns gesagt, dass es nichts war. Mist ist, dass ich dadurch nun das Spiel gegen 1860 München verpasse”, so Özbay. Die Schlussphase mit knapp acht Minuten Nachspielzeit wurde hektisch, aber mit kühlem Kopf und einem Mann weniger überstand die DJK die Schlussphase und fuhr den ersten Sieg unter Beller ein, der wirkte erleichtert: “Solche Spiele brauche ich nicht jede Woche. Ich kann mich an so ein Spiel in meiner Zeit mit 4:0 und 4:4 nicht erinnern. Wir hätten halt schon fiel früher das fünfte Tor machen müssen, genügend Chancen waren da. So etwas darf uns nicht passieren, das wir den Gegner noch einmal zurückkommen lassen. Aber es macht eine gute Mannschaft aus, dass wir noch einmal zurückgekommen sind und einen oben draufsetzen konnte. Wir waren heute mental stark gefordert und haben letztendlich auch verdient gewonnen. Es war ein großer Kampf von uns, aber auch spielerische Klasse. Wir haben den Gegner zu Fehlern gezwungen, was uns gegen Schweinfurt abgegangen ist. Mit dem 4:0 hätte eigentlich der Deckel drauf sein müssen. Das 4:4 war dann wie ein Stich ins Herz, da will man sich dann am liebsten im Erdboden verkriechen. Ich habe aber die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir das Spiel doch noch gewinnen.” Damit ist der Boden bereitet für ein tolles Spiel gegen 1860 München am kommenden Freitag im Manfred-Zollner-Stadion.